Die private Haftpflichtversicherung: Unverzichtbar für Sie und Ihre Familie

Stellen Sie sich vor, Sie besuchen ein paar Freunde und dort passiert Ihnen ein kleines Missgeschick: Versehentlich stoßen Sie an die teure Bodenvase, sie fällt um und zerbricht in 1.000 Stücke. Im Badezimmer lassen Sie die Seifenflasche fallen, sie prallt auf das Waschbecken, das nun einen sichtbaren Sprung hat. Natürlich möchten Sie niemandem absichtlich einen Schaden zufügen, doch selbst der beste Freund wird Sie in diesem Fall vorsichtig fragen, wer eigentlich den Schaden bezahlt! Mit einer privaten Haftpflicht sorgen Sie vor, denn sie kommt für solche Schäden auf. Haben Sie keine private Haftpflicht, müssen Sie den Schaden selbst zahlen! Ein Sachschaden ist vielleicht noch zu verschmerzen, doch sobald es um Personenschäden oder gar um Schmerzensgeldforderungen geht, stehen schnell immense Summen im Raum. Was also müssen Sie rund um die private Haftpflicht wissen?

Wie funktioniert eine private Haftpflichtversicherung?

Manchmal ist es Leichtsinn, manchmal ist es ein Missgeschick, manchmal ist es Vergesslichkeit: Doch wenn Sie einer anderen Person einen Schaden verursachen, müssen Sie dafür einstehen. So ist es im Bürgerlichen Gesetzbuch festgeschrieben. Der Verursacher eines Schadens muss dem Geschädigten den Schaden ersetzen. Die finanziellen Folgen können abhängig von dem jeweiligen Schaden enorm sein. Deshalb haften Sie als Verursacher mit Ihrem gesamten Besitz einschließlich Ihrer Immobilien. Bankguthaben, Einkommen und sogar eine erwartete Erbschaft oder ein Lottogewinn werden im Zweifel genutzt, um diesen Schaden zu ersetzen. Sie haften also mit Ihrem gesamten Hab und Gut und Ihrem kompletten Vermögen für diesen Schaden. Im schlimmsten Fall droht Ihnen sogar der finanzielle Ruin.

Wenn Sie sich und Ihre Familie davor schützen wollen, geht es nicht ohne eine private Haftpflichtversicherung. Sie kommt für den Schaden auf und versichert damit das Risiko, das in finanzieller Hinsicht durch einen Schaden für Sie entstehen kann. Die private Haftpflicht ist deshalb eine der wichtigsten Versicherungen, die Sie abschließen können.

Was leistet die private Haftpflicht?

Die private Haftpflichtversicherung bietet Ihnen und Ihrer Familie einen wichtigen Schutz vor einem Anspruch auf Schadenersatz. Sie kommt für den materiellen Schaden auf, doch gleichzeitig prüft sie, ob überhaupt eine Pflicht zur Erstattung von Schadenersatz für Sie besteht.

Die Versicherung deckt die Kosten einer Wiederherstellung oder den Ersatz von beschädigten Gegenständen ab. Sie übernimmt die Folgeschäden, die zum Beispiel durch einen Nutzungsausfall entstehen. Bei Personenschäden kommt die Versicherung für die Bergungskosten, die Behandlungskosten und den Verdienstausfall auf. Auch Umbaukosten für ein Haus oder eine Wohnung werden erstattet. Sofern der Geschädigte bleibende Schäden davonträgt, kommt sie für eine lebenslange Rente auf. Häufig ist auch Schmerzensgeld Teil der Erstattung.

Nicht zu unterschätzen ist die Abwehr von unberechtigten Ansprüchen als zusätzliche Leistung. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem passiven Rechtsschutz. Die Haftpflichtversicherung übernimmt die Kosten, wenn Sie einen unbegründeten Schadenersatzanspruch auf dem Rechtsweg abwehren müssen. Der Haftpflichtversicherer übernimmt diesen Prozess und kommt für die Kosten auf.

Welche Personen sind versichert?

In erster Linie ist der Versicherungsnehmer versichert. Er ist der Vertragspartner des Versicherers und hält damit alle Rechte und Pflichten, die sich aus dem Vertrag mit dem Versicherer ergeben. Mitversichert sein können aber auch der Ehepartner oder der Lebenspartner. Die Kinder sind ebenfalls mitversichert. Eine Haushaltshilfe, eine Gartenhilfe oder ein Babysitter, der für Sie tätig wird, ist ebenfalls mitversichert. Wenn zum Beispiel ein Babysitter auf Ihre Kinder aufpasst und durch eine Unachtsamkeit den Nachbarn schädigt, kommt Ihre Privathaftpflicht für den schaden auf.

Im Todesfall des Versicherungsnehmers besteht der Schutz für die Angehörigen weiter. Das gilt bis zum Zeitpunkt der nächsten Beitragszahlung. Wenn der überlebende Partner die Prämie für die Versicherung zahlt, wird er automatisch zum Vertragspartner, die abgeschlossene Privathaftpflicht läuft dann automatisch und unverändert weiter.

Wie sind Kinder versichert?

Kinder sind in der Privathaftpflicht mitversichert, wenn sie noch nicht volljährig sind. Mit einer Heirat endet der Versicherungsschutz. Unabhängig vom Alter sind Kinder mitversichert, solange sie in die Schule gehen oder die erste Ausbildung besuchen. Dabei kann es sich um eine Lehre oder um ein Studium handeln.

Ist das erste Studium oder die Lehre beendet und beginnen die Kinder danach noch eine zweite Ausbildung, besteht der Versicherungsschutz über die Eltern nicht mehr. Das bedeutet, dass die Kinder dann eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen müssen. Das gilt auch, wenn man nach der Schule zur Bundeswehr geht oder sofort ins Berufsleben einsteigt.

Welcher Versicherungsschutz gilt bei Tieren?

Selbst kleine Tiere wie Katzen können schon einen erheblichen Schaden anrichten. Sie sind      als Kleintiere in der privaten Haftpflicht versichert. Dazu gehören auch Meerschweinchen oder Wellensittiche. Als Tierhalter brauchen Sie für diese Kleintiere also keine separate Versicherung abzuschließen. Sie müssen auch Ihren Versicherungsschutz nicht erweitern.

Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn Sie sich einen Hund oder sogar ein Pferd halten. In diesem Fall reicht die private Haftpflicht nicht aus. Sie müssen vielmehr eine separate Versicherung abschließen. Für Hunde gibt es die Hundehalterhaftpflicht, für Pferde die Pferdehalterhaftpflicht. Beide Versicherungen sind gezielt für Hundehalter konzipiert und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten.

Welche Schäden sind in der Privathaftpflicht nicht versichert?

Zum abgedeckt sind zum Beispiel Schäden, die Sie selbst betreffen oder die sich Familienmitglieder gegenseitig zugefügt haben. Außerdem nicht im Versicherungsschutz vorgesehen sind Schäden, die Sie vorsätzlich verursacht haben. Hier unterscheidet sich die Privathaftpflicht nicht von anderen Versicherungen wie zum Beispiel der Wohngebäudeversicherung oder der Hausratversicherung: Ein Schaden, den der Versicherungsnehmer vorsätzlich verursacht, wird vom Versicherer nicht erstattet.

Vertragliche Verpflichtungen wie die Rückzahlung eines Kredits sind ebenfalls nicht versichert. Auch Geldstrafen oder Bußgelder fallen nicht unter die Privathaftpflicht. Schäden, die Sie durch das Halten und Fahren eines Autos verursachen, gehören nicht zur Privathaftpflicht. Sie fallen unter die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung. Spezielle Versicherungen gibt es auch für den Gebrauch von Luft- oder Wasserfahrzeugen.

Worauf sollten Sie besonders achten?

Die Versicherungssumme ist für einen umfassenden Versicherungsschutz von großer Bedeutung. Sie sollte hoch genug sein, damit die Leistung im Schadensfall hoch genug ist. Anderenfalls hätten Sie unter Umständen einen erheblichen Anteil aus eigener Tasche zu zahlen. Vor allem Personenschäden können sehr teuer werden, deshalb ist hier eine entsprechend hohe Deckungssumme sehr wichtig.

Auch der Forderungsausfall sollte versichert sein. Stellen Sie sich vor, Sie verletzen sich bei einem Fahrradunfall schwer und müssen danach Ihr Haus behindertengerecht umbauen. Hat Ihr Unfallgegner eine Haftpflicht abgeschlossen, ist alles in Ordnung. Hat er keine Versicherung, müssen Sie die Kosten selbst zahlen. Ist in Ihrem Versicherungsschutz ein Forderungsausfall versichert, übernimmt der Haftpflichtversicherer Ihre Kosten.

Gefälligkeitsschäden, die Sie beim Helfen verursachen, sollten ebenfalls versichert sein. Wenn Sie zum Beispiel bei einem Umzug tatkräftig angreifen und ein Möbelstück zerstören, ist dieser Schaden häufig nicht im Versicherungsschutz Ihrer Privathaftpflicht abgedeckt. Achten Sie darauf, dass Ihr Tarif diese Klausel aufnimmt, so dass Sie doch gegen Gefälligkeitsschäden versichert sind.

Auch ein Schlüsselverlust sollte versichert sein. Das ist bei vielen Gesellschaften nicht der Fall. Versichert werden kann der Austausch der Schlösser. Das wiederum kann gerade in einem Mietshaus teuer werden. Deshalb begrenzen viele Versicherer die Erstattung, oder sie sehen eine Selbstbeteiligung vor.

Wie finden Sie den richtigen Tarif?

Den optimalen Tarif für Ihre Privathaftpflichtversicherung finden Sie durch einen Tarifvergleich. Dabei sollten Sie auf die Preise und die Leistungen achten. Mit Hilfe eines Onlinerechners führen Sie den Tarifvergleich selbst durch. Mit wenigen Eingaben berechnet er Ihnen die besten Tarife und sortiert Sie in einer gut verständlichen Übersicht an.

Wenn Sie eine umfassende Beratung wünschen, sprechen Sie unsere Versicherungsexperten gerne direkt an. Wir ermitteln Ihren individuellen Versicherungsbedarf und erarbeiten eine Lösung, die genau Ihren Vorstellungen entspricht.


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