Die Pferdehalterhaftpflicht: Optimaler Schutz für Pferd und Reiter

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde – das jedenfalls denkt wohl jeder Reiter. Doch wer ein bisschen Erfahrung mit den edlen Tieren hat, der weiß auch: Ein Pferd ist ein Fluchttier und damit von Natur aus sehr schreckhaft. Ein lautes Geräusch, ein ungewohntes Ereignis oder eine unbekannte Umgebung sind typische Dinge, die Dein Pferd schnell nervös machen. Selbst aus einem friedlichen Tier wird dann unerwartet ein unruhiger Vierbeiner, der sich losreißt und auf seiner Flucht größte Schäden anrichten kann. Vor den finanziellen Folgen schützt Dich eine Pferdehalterhaftpflicht.

Warum ist die Pferdehaftpflicht sinnvoll?

Wer schon einmal auf einem durchgehenden Pferd gesessen hat, wird diese Situation wohl nie mehr vergessen. Als Reiter spürst Du natürlich häufig die Gefahr, die Dir und Deinem Vierbeiner beim Reiten droht. Du weißt, dass sich das Tier vor einem lauten Auto ebenso erschreckt wie vor einer fliegenden Mülltüte, vor einem kläffenden Hund oder überraschenden Geräusch. Geht Dein Pferd dann durch oder reißt es sich los und stürmt davon, droht Gefahr. Einerseits hat ein galoppierendes Pferd eine hohe Geschwindigkeit, andererseits ist es im Durchschnitt 800 bis 900 Kilogramm schwer und hat eine enorme Kraft.

Allein durch seine Kraft und durch seine Größe hat selbst das friedlichste Tier ein großes Potenzial, einen Unfall mit schlimmen Folgen und einem entsprechend hohen Schaden zu verursachen. Als Pferdehalter haftest Du für solche Schäden, und zwar unabhängig von ihrer Höhe und von Ihrem Umfang und von der Schuldfrage. Einen kleineren Schaden wie einen zerstörten Zaun zahlst Du vielleicht noch selbst, doch wenn ein Mensch geschädigt oder gar getötet wird, führt die Regulierung dieses Schadens für Dich wahrscheinlich zum finanziellen Ruin. Deshalb ist eine Pferdehalterhaftpflicht sehr zu empfehlen.

Welche Leistungen erbringt die Pferdehaftpflicht?

Die Pferdehaftpflicht erstattet üblicherweise die Kosten für Sach-, Personen- und Vermögensschäden. Ein Sachschaden entsteht zum Beispiel durch einen zerstörten Zaun, den das Pferd durchbricht. Auch eine schmutzige oder zerrissene Jacke oder zertrampelte Schuhe gehören zu den Sachschäden. Solche Schäden zahlst Du vermutlich aus eigener Tasche, Du musst sie Deiner Versicherung also nicht unbedingt melden. Anders sieht es bei einem Personenschaden aus. Wenn eine verletzte Person nach einem Unfall mit einem Pferd ins Krankenhaus muss und dort längere Zeit behandelt wird, können die Behandlungskosten bei Dir eingefordert werden. Ist die verletzte Person aufgrund des Zusammenpralls so schwer verletzt, dass sie nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann, fallen Rentenzahlungen an. Sie können ein Leben lang zu zahlen sein. Als Pferdehalter bist Du verpflichtet, dafür aufzukommen. Eine Pferdehaftpflicht stellt Dich davon frei und ist damit gleichzeitig ein wichtiger Schutz für die geschädigte Person. Sie hat durch einen umfassenden Versicherungsschutz die Gewissheit, dass ihre Schäden in voller Höhe reguliert werden.

In welcher Höhe werden Schäden reguliert?

Die Höhe der Versicherungsleistung hängt von der vereinbarten Deckungssumme ab. Hier wird meist ein mehrstelliger Millionenbetrag im Versicherungsvertrag ausgehandelt. Er kann durchaus zehn Millionen Euro und mehr pro Person betragen. Gerade Personenschäden können über mehrere Jahre eine enorme Größenordnung ausmachen. Deshalb ist es sinnvoll, eine entsprechend hohe Versicherungssumme zu wählen. Bei den meisten Gesellschaften sind die Versicherungssummen mindestens für Sach- und Personenschäden pauschal angesetzt, und auch Vermögensschäden werden in ähnlicher Höhe reguliert. Für Dich bedeutet das, dass Du von Anfang an weißt, wie hoch die vereinbarte Versicherungssumme für alle Schäden ist. Du musst also nicht befürchten, dass die Regulierung eines Sachschadens auf eine gewisse Höhe begrenzt ist während ein Personenschaden deutlich höher ausgeglichen wird. Eine pauschale Absicherung für Sach-, Personen- und Vermögensschäden dient also Deiner eigenen Sicherheit und ist zu Deinem Vorteil.

Warum reicht die Privathaftpflicht nicht aus?

Über Deine Privathaftpflicht werden Schäden reguliert, die kleinere Tiere wie zum Beispiel Katzen, Hasen oder Vögel verursachen. Sofern Du solche Kleintiere in Deiner Wohnung hältst, ist der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung absolut ausreichend. In der Versicherungspolice kannst Du leicht nachlesen, welche Vorgaben Dein Versicherer hier genau macht. Da diese kleinen Tiere meist aber auch nur einen entsprechend geringen Schaden anrichten können, reicht Deine Privathaftpflicht aus. Bei Pferden und übrigens auch bei Hunden sieht das ganz anders aus. Sie können durchaus Schäden in einer immensen Größenordnung verursachen. Deshalb ist für sie eine separate Tierhalterhaftpflicht erforderlich.

Welche Kosten übernimmt der Versicherer?

Der Versicherer zahlt im Schadensfall bei einem Prozess die Kosten für den Anwalt und für die Befassung des Gerichts. Sollte ein unberechtigter Anspruch gegen Dich geltend gemacht werden, weil der Schaden doch nicht durch Dein Tier verursacht wurde, trägt der Versicherer übrigens auch die Kosten für einen Gerichtsprozess, um Deine Unschuld feststellen zu lassen. Deshalb spricht man in diesem Zusammenhang häufig auch von der Funktion als Rechtsschutzversicherung. Zwar handelt es sich hier eher um eine passive Rechtsschutzversicherung, doch sie reicht aus, um im Schadensfall auch auf juristischem Weg zu zeigen, dass ein eingeforderter Anspruch gegen Dich nicht besteht.

Was musst Du bei gewerblicher Tierhaltung beachten?

Sofern Du Deinen Reitsport nicht nur als Hobby betreibst, sondern eine gewerbliche Tätigkeit dahinter steht, ist das beim Abschluss Deiner Pferdehalterhaftpflicht zu berücksichtigen. Solche gewerblichen Tätigkeiten können zum Beispiel die Führung einer Reitschule sein oder ein Unternehmen, das Hochzeitskutschen vermietet. In diesen Fällen brauchst Du eine gewerbliche Pferdehalterhaftpflicht. Grundsätzlich ist dabei jedes Pferd einzeln zu versichern. Die meisten Versicherer bieten aber Rabatte an, wenn Du mehr als ein Tier bei ihnen versicherst. Dadurch wird Dein Versicherungsschutz günstiger und Du hast im Fall eines Schadens auch nur einen einzigen Ansprechpartner bei Deinem Versicherer. Fohlen sind natürlich auch zu versichern, sie sind aber meist über das versicherte Muttertier schon berücksichtigt. Wichtig ist in diesem Fall allerdings, dass Du als Halter frühzeitig bei Deiner Versicherung anzeigst, dass ein Fohlen erwartet wird. Die Fohlennachversicherung greift für einen Zeitraum zwischen sechs Monaten und einem Jahr. Danach musst Du das Jungtier selbst versichern. Du weißt nun, warum eine Pferdehalterhaftpflicht so wichtig ist. Generell solltest Du schon beim Kauf des Pferdes darauf achten, dass eine Versicherung abgeschlossen wird. Du bist mit Deinem Pferd dann vom ersten Tag an versichert, so dass es nicht zu Problemen kommt, wenn gleich am Anfang ein Schaden zu beklagen ist.

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