Die Bauherrenhaftpflicht: Sie schützt bei Schäden auf Ihrer Baustelle

Sie ist zwar keine Pflichtversicherung, doch für Bauherren ist sie sehr zu empfehlen. Welche Versicherungen sind bei Baubeginn notwendig? Die Bauherrenhaftpflicht! Mit einer guten Immobilienfinanzierung verwirklichst Du Dir vermutlich den Traum von Deiner eigenen Immobilie. Doch wenn auf Deiner Baustelle etwas schief läuft, steht schnell die Frage nach der Übernahme der Kosten im Raum. Ohne Bauherrenhaftpflicht trägst Du diese Kosten als Bauherr selbst. Eine Bauherrenhaftpflicht schützt Dich vor unterschiedlichen Risiken, so dass dem Bau Deines Traumhauses nichts mehr im Weg steht.

Was ist eine Bauherrenhaftpflicht?

Eine gesetzliche Vorschrift zum Abschluss einer Bauherrenhaftpflicht gibt es in Deutschland nicht. Auf einer Baustelle bestehen allerdings sehr unterschiedliche Risiken. Hier steht ein hohes Gerüst, dort ist eine Baugrube offen, und scharfes oder elektrisches Werkzeug steht auch überall herum. Sollte auf Deiner Baustelle ein Unglück passieren, haftest Du als Bauherr für die finanziellen Folgen. Schon ein Sachschaden kann auf einer Baustelle eine immense Größenordnung ausmachen, doch noch viel schlimmer sind potenzielle Personenschäden. Verletzt sich ein Mensch auf Deiner Baustelle so sehr, dass danach ein längerer Krankenhausaufenthalt ansteht oder sogar der Verlust der Arbeitskraft droht, wird das für Dich enorme Schadenersatzforderungen bis hin zum Schmerzensgeld nach sich ziehen. Ohne Bauherrenhaftpflicht musst Du diese Forderungen aus eigener Tasche zahlen. Ein finanzieller Ruin kann die unausweichliche Folge sein, der Bau Deines Traumhauses rückt damit in weite Ferne. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung stellt Dich von diesen Schäden frei. Unberechtigte Ansprüche lässt Du über die Bauherrenhaftpflicht übrigens ohne zusätzliche Kosten abwehren. Wenn nötig, strengt der Versicherer dazu sogar einen Gerichtsprozess an.

Welche Versicherungen benötigt man beim Bau einer Immobilie? Welche Versicherung benötigt man als Bauherr?

Eine Bauherrenhaftpflicht ist bei einem Neubau sehr zu empfehlen, aber auch bei einem teuren Umbau Deines Hauses. Wenn Du also ein Haus neu baust und Dich gerade mit der Immobilienfinanzierung dafür beschäftigst, solltest Du Dich vor dem Baubeginn auch um eine Haftpflichtversicherung kümmern. Auch ein aufwändiger Umbau kann für einen längeren Zeitraum zu einer größeren Baustelle auf Deinem Grundstück führen. In diesem Fall ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ebenfalls sehr zu empfehlen, auch eine Bauleistungsversicherung und Bauhelferversicherung ist eine wichtige Grundlage. Auch sollte man immer eine Feuerrohbauversicherung haben, welche dann ab Bauabnahme in eine Wohngebäudeversicherung gewandelt wird. Im Versicherungsschutz abgedeckt sind alle Schäden, soweit sie begründet sind und die einem Dritten verursacht wurden. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob Du als Bauherr selbst baust oder ein Unternehmen mit dem Bau beauftragst. Der Versicherungsschutz gilt bis zum Zeitpunkt der Fertigstellung Deines Hauses. Kaufst Du ein schlüsselfertiges Eigenheim von einem Bauträger, ist eine Bauherrenhaftpflicht übrigens nicht erforderlich. Dann ist der Bauherr für die Schäden auf seiner Baustelle verantwortlich.

Wann schützt eine private Haftpflicht auf dem Bau?

In vielen Tarifen ist eine Bauherrenhaftpflicht schon in Deiner privaten Haftpflicht vorgesehen. Ob das der Fall ist, prüfst Du am besten vor dem Baubeginn. Schau Dir dazu Deine Versicherungsunterlagen und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen an. Darin solltest Du entsprechende Hinweise finden. Häufig lässt sich eine Privathaftpflicht mit wenig Aufwand so erweitern, dass der Neu- oder Umbau einer Immobilie bereits abgesichert ist. Vergleiche gerne die Preise für eine Erweiterung Deiner Privathaftpflicht und für den Abschluss einer separaten Bauherrenhaftpflicht und entscheide Dich dann für den Tarif, der Dir die optimale Absicherung zu einem günstigen Preis garantiert oder frage uns dazu. Die Höhe der Versicherungsprämie hängt übrigens maßgeblich von der Versicherungssumme ab. Sie richtet sich vor allem nach der Bausumme. Eine Bauherrenhaftpflicht gilt als recht günstige Versicherung, durch die Du wichtige Leistungen zu einem attraktiven Preis bekommst. Eine sinnvolle Ergänzung der Bauherrenhaftpflicht ist übrigens die Bauleistungsversicherung, die man ebenfalls vor dem Baubeginn abschließt. Auch eine Bauhelferunfallversicherung kann eine sinnvolle Erweiterung des Versicherungsschutzes rund um Deinen Hausbau sein.

Welche Leistungen erbringt die Bauherrenhaftpflicht?

Über eine Bauherrenhaftpflichtversicherung werden vor allem Sach- und Personenschäden reguliert. Sachschäden sind typische Schäden an einem Eigentum der geschädigten Person. Solche Schäden sind zum Beispiel der Riss in einer Jacke oder die Zerstörung von teurem Werkzeug. Schäden an Deinem Bauwerk werden durch die Bauherrenhaftpflicht nicht versichert. Zu den Personenschäden gehören Krankenhaus- und Behandlungskosten, aber auch eine Therapie oder eine Reha-Maßnahme sowie Umschulungen. Einen hohen Kostenfaktor machen Rentenleistungen aus. Zwar mögen Personenschäden, die die dauerhafte Zahlung einer Rente nach sich ziehen, nicht sehr häufig auftreten, doch gerade solche Schäden machen eine enorme Größenordnung aus. Interessant ist im Schadensfall auch die eingehende Prüfung des Versicherers, ob überhaupt ein Versicherungsfall besteht und wer dafür zu haften hat. Droht aus einem Schaden ein Rechtsstreit, übernimmt der Versicherer die Kosten, wobei es keine Rolle spielt, ob der Bauherr im Prozess gewinnt oder nicht.

Welche Pflichten hast Du als Bauherr?

Als Bauherr bist Du gesetzlich verpflichtet, bestimmte Maßnahmen zur Absicherung Deiner Baustelle vorzunehmen. Falls Du diese Pflichten vorsätzlich verletzt, lehnt Dein Versicherer die Regulierung eines Schadens ab. Typische Sicherungspflichten sind die Verkehrssicherungspflicht und die Überwachungspflicht. Unter die Verkehrssicherungspflicht fallen alle Maßnahmen, die dazu dienen, den reibungslosen Ablauf auf und im Umfeld Deiner Baustelle sicherzustellen. Du hast also die Verpflichtung, den Verkehr auf Deiner Baustelle und darum herum zu sichern. Für alle Maßnahmen gilt auch eine Überwachungspflicht, sie bedeutet, dass die Einhaltung von angewiesenen Schutzmaßnahmen zu kontrollieren ist. Dabei ist eine gewisse Zumutbarkeit zu beachten, das bedeutet, dass die Maßnahmen für den Bauherren zumutbar sein müssen.

Welche Schäden werden nicht erstattet?

Einige Schäden werden von der Bauherrenhaftpflichtversicherung nicht übernommen. Dazu gehören Schäden, die durch eine vorsätzliche Nichtachtung Deiner Pflichten als Bauherr entstehen. Auch eine Veränderung der Grundwasserverhältnisse durch Deinen Bau wird nicht erstattet. Schäden an Deinem eigenen Bauwerk und an gemieteten Gegenständen auf Deiner Baustelle werden nicht reguliert. Sollte durch den Gebrauch eines Kraftfahrzeugs oder eines Anhängers auf Deiner Baustelle ein Schaden entstehen, musst Du ihn selbst zahlen. Auch wenn Deine eigene Tätigkeit auf Deiner Baustelle zu einem Schaden führt, ist die Regulierung häufig ausgenommen. Dieses Risiko lässt sich aber meist durch einen kleinen Aufpreis mitversichern.

Obwohl die Bauherrenhaftpflicht also keine Pflichtversicherung darstellt, ist ihr Abschluss sehr zu empfehlen. Auch bei größter Sorgfalt können auf einer Baustelle leicht große Schäden mit einem immensen Schadenspotenzial entstehen. Selbst wenn Du Deine Baustelle sorgfältig sicherst und ständig überwachst, sind solche Schäden leider nicht auszuschließen. Eine Bauherrenhaftpflicht gibt Dir das gute Gefühl, zu einem bezahlbaren Preis vernünftig versichert zu sein, damit dem Bau Deines Traumhauses nichts mehr im Weg steht.

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